Wie wir Klänge wahrnehmen und verarbeiten:
Wir nehmen Klänge sowohl mit den Ohren als auch mit dem Körper war. Im Ohr wird der Schall aufgenommen, in elektrische Signale umgewandelt und blitzschnell ans Gehirn weitergeleitet. Dort werden die Signale verarbeitet und emotional bewertet - deshalb kann Musik Gefühle in uns auslösen.
Klänge nehmen wir nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Körper war. Unser Vibrationssinn kann besonders gut tiefe Frequenzen zwischen 150 und 300 Hz spüren. Genau in dem Bereich in dem auch Klangschalen klingen. Die Schwingungen wirken über die Haut, Muskeln, Gelenke und sogar die inneren Organe. Sie werden in elektrische Signale umgewandelt und ins Gehirn weitergeleitet. Dort entstehen sogenannte „somato-sensorische Landkarten“ die zeigen welche Körperstellen wie stark auf Reize reagieren. Bei einer Klangmassage können gezielt bestimmte Körperregionen angesprochen werden. Das beeinflusst nicht nur das Körpergefühl, sondern kann auch emotionale Erinnerungen hervorrufen. Besonders wichtig ist dabei die Interozeption, also die Wahrnehmung des inneren Körperzustands. Sie spielt eine zentrale Rolle für Entspannung, Stressabbau und das allgemeine Wohlbefinden.
Im Folgenden wird noch eine bildhafte Beschreibung dargestellt, die hilft sich vorzustellen, was bei einer Klangmassage im Körper geschieht. Diese und ähnliche hilfreiche Bilder können während einer Klangmassage imaginiert werden und damit die Wirkung unterstützen.
Lässt man einen Stein in einen See fallen, bilden sich konzentrische Wellen, die sich über das gesamte Wasser ausbreiten. Jedes Molekül des Wassers wird dadurch in Bewegung versetzt, ähnlich geschieht es bei der Klangmassage im Körper, der ja zu etwa 70 bis 80% aus Flüssigkeit besteht. Die sanften Klangschwingungen breiten sich durch die Körperflüssigkeiten, das Gewebe, die Muskeln und Sehnen, die Knochen, die Körperhohlräume und Organe aus und stimulieren den gesamten Körper. Verspannungen und „Blockaden“ können sich sanft lösen. Dies ist auch spürbar, je freier der Körper wird, desto weiter kann die Ausbreitung der Klangschwingungen wahrgenommen werden.
Quelle: Hess,Peter/Koller, Christina: Peter Hess-Klangmassage in Kontext von Forschung und Wissenschaft (2010)